SPD-Fraktion

 im GR Bad Friedrichshall

 

Wahlperiode 2009 – 2014                                                                                                                                             16.12.2011

 

Stellungnahme zum Haushalt 2012

 

Es gilt das gesprochene Wort

 

Anrede

Eine „solide Haushaltswirtschaft“ ist ein Grundanliegen unseres Bürgermeisters, das hat er auch am 22.11. in seiner Rede zum Haushalt 2012 für unsere Stadt dargelegt. Wenn man sich die weltweiten Turbulenzen im Bereich der Finanzwirtschaft, beson-ders bei der Staatsverschuldung ansieht, möchte man den vielen, die da Verantwor-tung tragen – oder eben auch nicht tragen(!) – sagen: lasst Euch von Peter Dolderer beraten, es wäre höchste Zeit! Immerhin ist es ihm, zusammen mit uns, dem Gemeinderat, und mit seiner Verwaltung, gelungen, den Schuldenstand in der Kämmerei von 2002 bis 2011 von 8,1 auf 2,6 Mio€ abzubauen. Viele öffentliche Haushalte, auch in Deutschland, wären froh, wenn sie wenigstens die Nettoneu-verschuldung auf null bringen könnten. Nettoneuverschuldung gleich null bedeutet aber nur, dass der Berg nicht höher wird, sich also der Schuldenstand nicht weiter erhöht, aber getilgt ist dann immer noch nichts!

 

Doch auch bei uns geht es in den kommenden Jahren leider in die andere Richtung. Das große Projekt „Stadtbahn Nord“ kostet uns im Zeitraum der mittelfristigen Finanzplanung 6,8 Mio€ und dann noch 17 Jahre lang jährlich 500T€. Dieser große Brocken ist für das leider nicht mit Reichtümern gesegnete Bad Friedrichshall nicht ohne Kredite zu stemmen. Da aber diese Kredite für eine bedeutende Zukunftsauf-gabe verwendet werden, sind sie gerechtfertigt – wenigstens wurde es mir so vor vielen Jahren erklärt: eine Einrichtung, die auch kommenden Generationen nützt, soll von diesen auch mitfinanzieren werden.

Also, wenn alles wie geplant läuft, müssen wir bis 2015 insgesamt 5,6 Mio€ Kredite aufnehmen, immerhin 1,2 Mio weniger als uns die Stadtbahn in diesem Zeitraum kostet. Die stille Hoffnung ist, dass das Prinzip der Friedrichshaller Kämmerer auch weiterhin funktioniert, denn ich habe in 27 Jahren im Rat immer erlebt, dass die

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Jahresrechnung ein mehr oder weniger deutlich besseres Ergebnis gebracht hat als ursprünglich im Haushaltsplan vorgesehen. Besonders beeindruckend ist für uns, die SPD-Fraktion, der Ansatz bei der Gewerbesteuer mit 10Mio€. Das zeigt, dass zum großen Engagement unserer ortsansässigen Firmen, auch die Bemühungen der Kommune um Arbeit und Arbeitsplätze in unserer Stadt erfolgreich waren. Diesen Weg müssen wir auch zukünftig weitergehen. Ein Beispiel dafür ist das neue Gewerbegebiet „Kocherwald V“, da siedelt sich schon die erste Firma an. Das Gebiet „Obere Fundel“ muss behutsam weiterentwickelt werden, das ist schon lange eine Forderung meiner Fraktion.

Zu den positiven Momenten auf der Einnahmeseite zählt auch die Einhaltung des Konnexitätsprinzips – wer bestellt, bezahlt – durch die neue Landesregierung. Dadurch bekommen wir mehr als eine halbe Million Euro 0,5 Mio€ für die Kleinkind-betreung.

Eine der wichtigsten Kennzahlen eines kameralistisch aufgestellten Kommunalhaus-halts ist die Zuführungsrate. In der vorliegenden Änderungsliste wird ihr aktueller Stand mit 4,17 Mio€ angegeben. Mit ein wenig Glück wird´s vielleicht noch etwas mehr und wir haben damit Luft Risiken, z.B. beim Verkauf von Grundstücken o.ä., abzufedern.

Im Zentrum unserer kommunalpolitischen Bemühungen steht seit Jahren der Bereich Kinder-Jungend-Bildung. Bei den Kindergärten wollen wir den bereits erreichten sehr hohen Standard durch das Angebot weiterer 20 Plätze im Kleinkindbereich noch steigern. Wir können dann die gesetzliche Vorgabe (35%) einhalten. Jedoch müssen wir zu der dafür vorgesehenen Baumaßnahme am Walderseekindergarten doch kritisch fragen, wie die sehr hohen Kostenansätze zustande kommen. Da solche Ansätze in letzter Zeit häufiger kritisch hinterfragt wurden, will sich die SPD-Fraktion weitergehend informieren bzw. informiert werden, vielleicht finden sich Ansätze für kostengünstigere Lösungen.

Eine kostengünstige Lösung erwarten wir auch bei der Mensa für die Ganztages-betreuung in der Grundschule Plattenwald. Wir hoffen sehr, dass das dafür not-wendige schulische / pädagogische Konzept für eine verpflichtende Ganztages-schule bald endgültig entwickelt ist, damit sich alle Beteiligten mit Schwung an die Arbeit machen können. Für die Kinder, und damit für die Entwicklung, im Plattenwald

ist das eine ganz wichtige Sache. Für die Grundschule Jagstfeld sind in den

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kommenden drei Jahren 1,66 Mio€ für Modernisierung und endgültige Sanierung

eingestellt. Damit sind dann alle unsere Schulen, außer der Otto-Klenert-Real-schule, baulich auf einen guten bis sehr guten Stand gebracht. Für die Realschule soll – nein muss – der Einstieg in die dringend notwendige Sanierung 2013 erfolgen. Bis dahin hofft unser Bürgermeister zudem, dass die bildungspolitischen Neuent-wicklungen klare Konturen annehmen und wir dann genau wissen wohin die Reise mit der Gemeinschaftsschule gehen soll. Für mich stellt sich die Frage, wie es mit den weiterführenden Schulen bei uns in Friedrichshall weitergehen soll bzw. kann. Natürlich sind diese Schulen (Friedrich-von-Alberti-Gymnasium, Otto-Klenert-Real-schule, Glück-Auf-Werkrealschule) zur Zeit gut aufgestellt und wir können auf die neuen Konzepte der Landesregierung warten. Aber wir könnten uns auch selbst Gedanken machen, welche Ansätze wir sehen bzw. wie wir die Schwerpunkte bilden könnten. Dadurch findet sich vielleicht auch eine Möglichkeit die Mensa am Kocher-kanal doch noch zu bauen. In seiner Haushaltsrede hat unser Bürgermeister für den Bildungsbereich das Ziel aufgestellt, allen Kindern unserer Stadt die gleichen Zukunftschancen zu geben. Die SPD-Fraktion steht voll hinter diesem Ziel (schließlich ist das eine uralte Kernforderung der SPD) und unterstreicht die hohe Bedeutung von guten Kindergärten, leistungsfähigen Schulen und erfolgreicher öffentlicher Jugendarbeit. Diese Bemühungen werden glücklicherweise auch durch das Angebot unserer Vereine und Gruppierung im ehrenamtlichen Bereich ergänzt. Ohne diese große Hilfe zum Nulltarif wäre vieles nicht möglich.

Es ist also ein großes Glück, dass sich in unserem Staat, unserer Stadt, immer noch und immer wieder Menschen finden, die nicht dem totalen Gewinnstreben nach-rennen, die nur nehmen, es gibt auch solche, die geben. Sie geben Freizeit, Energie, oft auch eigenes Geld, um Jugendlichen oder anderen Menschen zu helfen. Unter dem Aspekt des demografischen Wandels kann das Ehrenamt in doppelter Hinsicht wertvoll sein: Wer im Alter noch fit ist und noch etwas bewegen kann und will, der findet ein breites Feld von Möglichkeiten seine Persönlichkeit und seine Fähigkeiten einzusetzen. Dabei kann er evtl. auch denen helfen, die nicht mehr so fit sind.

 

Nun einige kurze kommentierende Worte zu wichtigen Maßnahmen:

- Zum Start der Stadtbahn (2013???) müssen wir Parkplätze westlich des Bahn-hofs Jagstfeld, meiner alten Heimat, einrichten und die ganze Fläche neu ordnen.

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Dabei ist es wichtig und richtig, auch daran zu denken, welches Bild wir an dieser Stelle den ankommenden Reisenden bieten. Hoffentlich denkt auch die Bahn daran, denn da liegt doch vieles im Argen!

- Der erste Abschnitt des Überflutungsschutzes in Untergriesheim, der an der kritischsten Stelle, wird 2012 gebaut. Dabei engagiert sich der Ortschaftsrat mit viel guten Ratschlägen auf Grund seiner Ortskenntnis und Erfahrung. Wir wissen zwar nicht, wann wieder so ein verheerendes Wasser wie 2008 kommt, aber wir wissen, dass solche Schadensereignisse als Folge des Klimawandels immer häufiger werden.

- Mit Augenmaß entwickeln wir in den Pfaffenäckern in Kochendorf und im Gebiet Sandäcker in Duttenberg neue Bauplätze. Natürlich geht dabei landwirtschaftliche Fläche unwideruflich verloren. Aber die so oft beschworene Entwicklung von neuer Wohnbebauung in den alten Ortskernen scheitert häufig an vielen Faktoren z.B. Verkehr, Enge u.ä., aber auch ganz einfach an der Tatsache, dass frei Plätze oder fast leerstehende Häuser nicht verkauft werden. In diesen Zusammenhang passt die Sanierung des Kiliansplatzes in Hagenbach. Dort, sowie bei den Sanierungen in Alt-Kochendorf und in der Stadtmitte II, geht die Stadt voran, um das Wohnen in den alten Kernen attraktiver zu machen.

- Unser Baubetriebshof erhält die für seine Arbeit notwendigen neuen Fahrzeuge und Geräte, dazu aber auch einen neuen technischen Leiter. Nachdem die Asphal-tierung des Hofs endlich zur Zufriedenheit erledigt ist – was lange währt wird endlich gut(!) – wünschen wir diesem wichtigen städtischen Betrieb eine gute Weiterent-wicklung.

- Ganz auf der Höhe der Zeit sind wir, wenn wir die neue LED-Technik bei der Straßenbeleuchtung einsetzen. Diese Investition rechnet sich hoffentlich bald, da LEDs deutlich weniger Energie verbrauchen, also leisten wir hier einen kleinen Beitrag zur vielbeschworenen Nachhaltigkeit.

- Wie in jedem Jahr müssen wir die Ausrüstung unserer Feuerwehr ergänzen, erneu-ern und verbessern. Das ist einfach unumgänglich, schließlich brauchen unsere engagierten Feuerwehrleute für ihren großen ehrenamtlichen Einsatz auch die erforderliche Ausrüstung.

- Soweit es unsere finanziellen Mittel erlauben, versuchen wir auch im Bau von Straßen und Radwegen die Verkehrssituation für unsere Mitbürgerinnen und

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Mitbürger zu verbessern. So sanieren wir abschnittsweise, oft diktiert von notwen-digen Wasser- bzw. Kanalbaumaßnahmen, unsere Straßen. Darüber hinaus enga-gieren wir uns weiterhin mit allen Kräften für die Kreisverkehrslösung an der B27. Einen weiteren Kreisverkehr hätten wir gerne an der Kreuzung L1096 / Jagstfelder

Weg. Damit wäre die Situation dort entschärft und wir hätten zusätzlich die dringend erforderliche Verbesserung der Aus- bzw. Einfahrt ins Gewerbegebiet Kocherwald-straße. Doch der neue Verkehrsminister äußert aktuell andere Vorstellungen, hoffent-lich ist er willens und in der Lage Sachargumente aufzugreifen und dann auch umzusetzen.

- In unserer Stadt werden wir 2012 wieder viele Feste feiern. Für den Gemeinderat ist sicher das Fest am 1.Mai, bei dem das renovierte Besucherbergwerk eingeweiht wird, das wichtigste. Denn dann können wir nachschauen, was die SWS mit dem ach so dringend benötigten Zuschuss von 100T€ aus unserer Stadtkasse gemacht hat.

 

Abschließend ein sehr herzliches Dankeschön an alle – einfach alle, da wird dann keiner vergessen! – die sich in und für unsere Stadt beruflich oder ehrenamtlich engagieren.

Bei der Vorstellung unseres Leitbildes wurde verkündet: Bad Friedrichshall bewegt sich. Aber bei einer Bewegung muss man auf die Richtung und die Geschwindigkeit achten. Damit also das Leitbild nicht nur in irgendwelchen Schubladen verstaubt, müssen wir zukünftige Maßnahmen auch daran messen, ob sie mit der im Leitbild vorgegebene Richtung übereinstimmen. Wir, die SPD-Fraktion, setzen uns auch weiterhin dafür ein, dass die Richtung und die Geschwindigkeit stimmt, dass sich Friedrichshall in eine gute Zukunft bewegt und dass die einzelnen Räder (siehe Titelblatt des STEK) so ineinander greifen, dass für alle die Lebensqualität besser wird.

Zustimmung