Stellungnahme zum „Wirtschaftsplan der
Stadtentwässerung (SEF)“ für das Jahr 2012 durch Herbert Benzschawel am
16.12.2011
Sehr
geehrter Herr Bürgermeister,
sehr
geehrte Kolleginnen und Kollegen,
verehrte
Zuhörer
große
Veränderungen gegenüber dem Vorjahr sind dem Wirtschaftsplan der
Stadtentwässerung für das Jahr 2012 nicht zu entnehmen. Die Erträge und
Aufwendungen bleiben stabil, die Abwassermenge dürfte sich nur unwesentlich
nach oben verändern. Bei den Privathaushalten zeigt sich, dass die Abwassermengen
sukzessive nach unten gehen, Schwankungen sind meist auf den Wasserbedarf von
Gewerbebetrieben zurückzuführen.
Als
größte Maßnahmen im Geschäftsjahr 2012 sind die Sanierungen in der
Schillerstraße, dem Lenauweg und im Hermann-Hesse-Weg vorgesehen. Die Erschließung
von neuen Baugebieten erfolgt auch zukünftig grundsätzlich über
Erschließungsträger, so dass die Stadtentwässerung keine Mittel für derartige
Maßnahmen aufbringen muss.
Als
kleiner Wermutstropfen muss der im Wirtschaftsplan angesetzte Jahresverlust von
ca. 125.000 Euro gesehen werden, der jedoch im Vergleich zum laufenden
Geschäftsjahr verringert werden konnte. Kreditaufnahmen sind auch im Jahr 2012 nicht erforderlich.
Durch
den Verkauf unserer Mischwasserentlastungsanlagen am 20.12.2010 an den
Abwasserzweckverband „Unteres Sulmtal“ und durch
Abschreibungen konnte der Schuldenstand der Stadtentwässerung deutlich
verringert werden.
Waren
es Ende 2010 noch fast 21 Millionen Euro, so sind es Ende 2012 voraussichtlich
nur noch knappe 16 Millionen Euro. Diese
Zahlen dürften besonders bei unserem ehemaligen Ratsmitglied Hermann Schreiner
Freunde aufkommen lassen. Er war es, der über viele Jahre hinweg immer wieder
den hohen Schuldenstand der Sef angeprangert hat.
Was
uns als Kommune erfreut, dürfte sich –und dazu muss man kein Prophet sein- für
den Gebührenzahler negativ auswirken. Wie schon beim Wasserzins, wir werden es
heute noch vernehmen, wird sich die Abwassergebühr, die im kommenden Jahr neu
kalkuliert werden muss, insbesondere durch höhere Abgaben an den
Abwasserzweckverband, nicht unerheblich
erhöhen. Der Gebührenzahler kann sich auf Mehrkosten von ca. 50 Cent pro
Kubikmeter Abwasser einstellen.
Im
Vergleich zu unseren Nachbarkommunen Oedheim, Offenau und Gundelsheim sind unsere Gebührensätze noch
relativ günstig. Im Vergleichsjahr 2011 mussten die Bürger von Bad
Friedrichshall für das Schmutzwasser 1,73 Euro pro Kubikmeter und für die
versiegelten Flächen 0,68 Euro pro m² zahlen. In Oedheim
für Schutzwasser 2,97 Euro pro m³ und 0,56
Euro pro m² Niederschlagswasser. In Offenau
3,34 Euro und 0,45 Euro und in Gundelsheim 3,15 Euro bzw. 0,40 Euro.
Um
die Zahlen im Vergleich zu unseren Nachbarkommunen anschaulicher zu machen,
möchte ich unter Zugrundlegung meiner Verbrauchswerte von 2010 die
Gesamtgebühren kurz darstellen:
Meine
Jahresabrechnung für 2010 betrug 384 Euro. In Oedheim
und Gundesheim hätte ich für die gleichen Mengen je
554 Euro und in Offenau sogar 592 Euro bezahlen
müssen.
Das
wären jährliche Mehrkosten von 170 bzw. 208 Euro gewesen.
Was
sagt uns das, die Bürger von Bad Friedrichshall kommen bei der Abwasserentsorgung momentan noch
vergleichsweise glimpflich davon und das, obwohl wir über ein funktionierendes
Kanalsystem verfügen und einem Abwasserzweckverband angehören der über monderste Techniken verfügt.
Der
Beschluss, die gemeinsame Kläranlage Obergriesheim/Untergriesheim aufzugeben,
hat auch weiterhin Bestand. Wie die Abwässer von Untergriesheim letztendlich
entsorgt werden, bedarf noch weiterer Planung und Abstimmung.
Ganz
besonders freut es die SPD-Fraktion, dass die Umstellung der Abwassergebühren
voraussichtlich noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden kann. Ich
glaube es gilt allen beteiligten Mitarbeitern dafür ein herzliches Dankeschön
zu sagen. Innerhalb kurzer Zeit ist es ihnen gelungen diese „Mammutaufgabe“ zu
bewältigen und das trotz vieler Nachfragen und Widersprüchen seitens unserer
Bürgerschaft, die bislang alle ohne den Rechtsweg beschreiten zu müssen,
geklärt werden konnten. Ein besonderes Dankeschön in diesem Zusammenhang gilt
aber auch unseren Bürgern auszusprechen. Denn nur durch deren vorbildliche
Mitwirkung konnte diese Umstellung in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum
realisiert werden.
Zusammenfassend
kann ich feststellen, dass der Wirtschaftplan der Stadtentwässerung für das
Jahr 2012 keine großen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr aufweist, sich der
Gebührenzahler aber auf merklich höhere Abwassergebühren einstellen muss.
Im
Gegenzug hat der Gebührenzahler ein Anrecht auf ein funktionierendes Kanal- und
Klärsystem. Was es bedeutet, wenn ein Abwassersystem nicht funktioniert, dürfte
sich jeder Bürger selbst ausmalen können.
Ohne
nochmals auf die vorgetragenen Zahlen eingehen zu wollen, stimmt die
SPD-Fraktion dem Wirtschaftsplan der Stadtentwässerung für das Jahr 2012 zu.
Bei
der Werkleitung und allen anderen Mitarbeitern der Stadtentwässerung möchte
sich die SPD-Fraktion für die hervorragend geleistete Arbeit herzlich bedanken.
Vielen Dank